Ist viel Wasser trinken ungesund?

Ist viel Wasser trinken ungesund? Seit meiner Kindheit höre ich, wie wichtig Trinken ist. Am besten 2 – 3 Liter täglich und vorzugsweise reines Wasser. Doch nun werden Stimmen laut, die einen hohen Wasserkonsum hinterfragen und teils sogar als schädlich einstufen.

Argumente für viel Trinken

Viel Wasser trinken klingt logisch, denn ein Großteil des menschlichen Körpers besteht aus Wasser. Unser Blutplasma hat einen Wasseranteil von 90 – 95% und selbst unsere Knochen haben einen durchschnittlichen Wasseranteil von immerhin 22%.  Wasser erfüllt in unserem Körper viele Funktionen. Es transportiert Sauerstoff und Nährstoffe zu unseren Organen und führt Stoffwechselprodukte (Abfälle) ab (Quelle: Wikipedia).

Dass wir ohne zu Trinken verdursten und nicht lebensfähig sind, steht außer Frage. Wieso also soll viel trinken ungesund sein?

Argumente gegen viel Trinken

Die FAZ lässt in ihrem Artikel „Wasserkult – viel trinken eine Mär?“ die Kritiker zu Wort kommen. Demnach fehlen für die Trinkempfehlungen, die von 1 bis 3 Liter variireren, die wissenschaftliche Grundlage. Woher diese Empfehlungen stammen, seien gänzlich unbekannt. Dies behauptet zumindest die britische Allgemeinärztin Margaret McCartney aus Glasgow im „British Medical Journal“. Rückendeckung erhält McCartney von den amerikanischen Nephrologen Dan Negoianu und Stanley Goldfarb von der Universität  Philadelphia (in „Journal of the American Society of Nephrology“ Band 19, S. 1041). Auch sie weisen darauf hin, dass in der medizinischen Fachliteratur keine Belege zu finden sein, dass viel trinken gesund sei. Ebenso fehlen laut Negoianu und Goldfarb Beweise dafür, dass ein erhöhter Wasserkonsum gut für die Haut und eine Vorbeugung gegen diverse Krankheiten sei. Wer all diese Behauptungen in die Welt gesetzt hat, ist offenbar völlig unbekannt.

Nun selbst wenn die Belege für die „Wunderwirkung“ von Wasser fehlen, ist viel trinken noch nicht ungesund. Oder etwa doch?

Ist viel trinken ungesund?

Die Erfahrungen im Sportbereich lassen vermuten, dass übermäßiger Flüssigkeitskonsum negative Folgen haben kann. Besonders im Ausdauersport wird den Sportlern empfohlen, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Bei manchen Sportlern sei es durch zu viel trinken zum Natriummangel gekommen, da das Blut durch die übermäßige Flüssigkeit verdünnt wurde. Ein Natriummangel kann extremen Schaden anrichten. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Hyponatriämie (Wasseransammlungen in den Organen) bis hin zu einer Hirnschwellung, die tödlichen Ausgang haben kann.

Und gerade Hyponatriämien sind gegen Ende des letzten Jahrhunderts im Sport immer häufiger geworden, meint Timothy Noakes vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Cape Town (Südafrika) im „British Journal of Sports Medicine“ (Band. 45, S. 475).

Und wie viel soll man nun trinken?

Inzwischen haben viele sportmedizinischen Fachgesellschaften ihre Trinkmengenempfehlungen gesenkt. Zum Teil werden Trinkvorgaben sogar generell als nicht sinnvoll erachtet, da der Flüssigkeitsbedarf individuell von Mensch zu Mensch verschieden ist. Die International Marathon Medical Directors Association (IMMDA) empfiehlt beispielsweise Sportlern die Trinkmenge nach dem Durstgefühl zu richten (“Clinical Journal of Sports Medicine“, Bandd. 16, S. 283). In Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein mehr zu trinken, zum Beispiel im Sommer bei extremer Hitze.

Fazit:

Viel trinken kann ungesund sein. Immer mehr medizinische Fachgesellschaften raten dazu, sich nicht an statische Trinkvorgaben zu halten, sondern den Flüssigkeitskonsum nach einem uralten körperlichen Mechanismus zu richten: den Durst.

Was meint ihr? Ist viel trinken ungesund? Wie viel trinkt ihr täglich und vor allem was?

 


   One Comment


  1. yonca
      18. Februar 2013

    ich trinke normaler weise fast 2 liter am tag und wenn ich aber eine diät anfange dann trinke ich 4,5 liter oder mehr aber ich finde besser gesagt spühre das ich das wasser brauche weil mir das fehlt bei einer diät damit ich fit bleibe ohne wasser fühle ich mich schlapp

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